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24.05.2019, 10:50 Uhr | AZ Mainz/Kathrin Damwitz
Gemeinderat Bodenheim entscheidet sich für Hotelstandort an der Gaustraße
Das neue Hotel in Bodenheim soll an der L 413 Richtung Gau-Bischofsheim entstehen. Kritiker von CDU und FWG monieren die Entfernung zum Ortskern und die Lage mitten in Weinbauflächen.
BODENHEIM - Der Ortsgemeinderat hat bei seiner Sitzung (die AZ berichtete) als Standort für das neue Hotel die L 413/Gaustraße beschlossen. Es könnte neben der bestehenden Event-Location Kern entstehen. Die Verwaltung wurde beauftragt, die baurechtlichen Voraussetzungen zu prüfen. Dafür stimmten SPD und FDP, dagegen die CDU und die FWG. Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) erinnerte an die Dehoga-Studie 2016, die die Notwendigkeit eines weiteren Hotels in der Gemeinde aufgezeigt habe. An anderen Standorten sei keine Einigung mit den Grundstückseigentümern erzielt worden, doch der Besitzer des 6500 Quadratmeter großen Areals am südwestlichen Ortsausgang Richtung Gau-Bischofsheim an der L 413 sei verkaufsbereit.
 
Hier, an der Bodenheimer Gaustraße neben der Eventlocation Kern, könnte der Hotelneubau entstehen. Foto: hbz/Stefan Sämmer
Einen interessierten Investor gebe es; er müsse jetzt mit dem Grundstücksbesitzer auf einen Nenner kommen, "wir führen nur zusammen und moderieren", erläuterte Becker-Theilig. Es gebe die klare Zweckbestimmung "Hotel" für die Fläche, entgegnete er auf Anfrage von Alexander Kerz (CDU). Bei der baurechtlichen Prüfung könnten sich freilich noch Hindernisse ergeben, etwa wegen des Artenschutzes, erläuterte Becker-Theilig. Michael Leber (FWG) kritisierte, der Standort gegenüber des jetzt ausgewählten sei seinerzeit ausgeschieden, weil zu weit entfernt vom Ortskern. Er wundere sich über die fürs Hotel vorgesehene Fläche an der L 413, die sich ebenfalls weitab der Ortsmitte befinde. Im Gewerbegebiet, wo das Deutsche Weininstitut als vermutlicher Hauptnutzer des Hotels sitze, gebe es genügend Industriebrachen, wo sich ein Hotel ansiedeln könnte. Thomas Becker-Theilig antwortete, das DWI beurteile den Standort an der L 413 als gut. Beigeordneter Thomas Glück (SPD) wies auf die gute Verkehrsanbindung von Süden über die Ortsrandstraße zur L 413 hin. Martin Acker (CDU) pflichtete zwar bei, die Verkehrserschließung an der Gaustraße sei besser als an anderen Standorten. Er gebe jedoch zu bedenken, dass sich ringsum Weinbauflächen befinden, dass Winzer sieben bis acht Mal im Jahr spritzen und Spaziergänger oder Besucher des Hotels unter Umständen von Pflanzenschutzmitteln eingenebelt würden. "Das birgt Konfliktpotenzial."
Die Infrastruktur muss immer mitwachsen
Dirk Müller (SPD) merkte an, dass der Rat nur den Prüfauftrag erteilt habe, im Bebauungsplanverfahren könnten Landwirte und andere Betroffene ihre Eingaben loswerden. Beigeordneter Andreas Kappel (SPD) meinte, bei der Feinplanung müssten intelligente Konzepte gefunden werden. Auch in der Pfalz und andernorts stünden schließlich Landhotels mitten in den Weinbergen. Das DWI erachte den Standort als geeigneter als das Gewerbegebiet. "Und wir haben dann im Ortskern keinen Ziel- und Quellverkehr", resümierte Kappel.
Ein Arbeitskreis hatte ein Gewerbeflächenkonzept für Bodenheim erarbeitet, und die Fraktionen beschlossen es bei einer Enthaltung. Auf dem Kuemmerling-Gelände wird demnach keine Wohnbebauung gestattet, da die Ortsgemeinde keinen Bedarf sieht. Lediglich die gewerbliche Entwicklung soll verfolgt werden. Die Fraktionen waren sich einig, sich in Sachen Wohnbebauung erst einmal "Zeit zum Luftholen" zu gestatten; die Infrastruktur müsse schließlich immer mitwachsen, wenn sich Neubaugebiete entwickelten. Für die Kindertagesstätte "Schatzkiste" soll eine angemessene Erweiterungsfläche für die Außenanlagen ausgewiesen werden.
Einstimmig hat der Rat eine Resolution an die Landtagsfraktionen, die Landesregierung und den Gemeinde- und Städtebund auf den Weg gebracht. Demnach sollen die Straßenausbaubeiträge, die die Bürger laut kommunalem Abgabegesetz zu zahlen haben, abgeschafft werden. Die Bevölkerung soll aber auch nicht durch zusätzliche kommunale Steuern und Abgaben belastet werden. Auch den Kommunen dürften keine zusätzlichen finanziellen Belastungen entstehen. Eine Information über den aktuellen Sachstand in Sachen Ausbaubeiträge wünscht sich der Rat vom Land.


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