02.10.2018, 06:52 Uhr | AZ Mainz/Ka­thrin Dam­witz
Viele Autofahrer mit "Bleifuß" in Hilgestraße Bodenheim
Anwohner von Seurreallee-Hilgestraße-Kuemmerling in Bodenheim klagen über den zunehmenden Verkehr, der sich nicht immer an Tempo 30 hält. Die Kreisverwaltung erwägt Messungen.
BODENHEIM - Schon wieder rollt ein Lkw heran. Sieben Pkw folgen. Sie alle fahren durch den Kreisel an der Kreuzung Seurreallee/Rheinallee/Hilgestraße in Richtung "Vitanum" und "Rewe-Markt". Der Verkehr, der hingegen die an der "Langen Ruthe" gelegenen Supermärkte (etwa Lidl und Rossmann) ansteuern möchte, wird noch für fünf Wochen weiträumig umgeleitet und muss den B 9-Zubringer nutzen. Hintergrund ist die Vollsperrung wegen des Baus des Kreisels Lange Ruthe/Kuemmerling. Zwar haben sich, trotz der anfänglichen Verwirrung wegen der Beschilderung (die AZ berichtete), die Verkehrsteilnehmer mittlerweile daran gewöhnt, dass sie vom "Kuemmerling" aus nicht mehr zu den Supermärkten an der "Langen Ruthe" gelangen. Es gibt nur noch wenige Fahrer, die das Sackgassen-Schild ignorieren und wenden und zurückfahren müssen. Dennoch bleibt die Achse Seurreallee – Hilgestraße – Am Kuemmerling stark frequentiert, schon wegen des Ärztezentrums und der diversen Gewerbebetriebe. Nicht zu vergessen die Mitarbeiter, die per Pkw verschiedene Firmen ansteuern. Für Spaziergänger und Fahrradfahrer wird es oft eng, brenzlige Situationen häufen sich. Auch, weil die vorgeschriebene Geschwindigkeit überschritten wird.
 
Der Verkehr wird nicht weniger – auch nach Sperrung der Durchfahrt zur "Langen Ruthe" ist am "Kuemmerling" und in der Hilgestraße ordentlich was los. Foto: hbz/Stefan Sämmer
Anwohner Ralf Assenmacher plädiert für mehr Geschwindigkeitskontrollen. Auf den genannten Straßen gilt zwar Tempo 30, aber kaum einer halte sich daran. Insbesondere am Kreisel an der Kreuzung mit der Rheinallee entstünden oft gefährliche Situationen für Radfahrer und Fußgänger, durch Lkw und Tausende Pkw, die hier täglich vorbeifahren. Seit auf der Hilgestraße wegen der Baustelle am Kuemmerling noch ein halbseitiges Parkverbot gilt, geben manche Fahrzeuge besonders Gas, weil sie freie Fahrt haben und keine Hindernisse mehr vorhanden sind, beobachtet Assenmacher. "Schon zuvor brausten ,Poser' lautstark aus der Seurreallee heran. Jetzt ist es noch einmal eine Spur lauter geworden", sagt er. Auch manche Pkw-Fahrer, die aus der Bahnunterführung Rheinallee kommen, treten ordentlich aufs Gas. Nach Auffassung von Assenmacher müsste es unmittelbar hinter dem Kreisel am Beginn der Hilgestraße Messungen geben, denn auch hier beschleunigten Fahrer. Hingegen werde oft in Höhe von Rewe geblitzt. "Da bremsen die Fahrer ja ab, weil sie auf den Parkplatz abbiegen", berichtet er.
Auch beim Ordnungsamt der Verbandsgemeinde sind schon Beschwerden eingegangen, unter anderem aus dem Umfeld der Seurreallee, wie eine Mitarbeiterin berichtet. Die Behörde habe mit ihrem Aufzeichnungsgeräten Überprüfungen vorgenommen und die Daten an die Kreisverwaltung weitergegeben, damit der Einsatz eines "Blitzers" geplant werden könne. Kreis-Pressesprecher Bardo Faust bestätigt, dass die kreiseigene Geschwindigkeitsmessanlage täglich an rund vier verschiedenen Messpunkten im Landkreis aufgestellt wird. Bürgermeister dürften Wünsche äußern, was die Standorte der Messungen angeht. Die Straßenverkehrsbehörde setze sich dann mit den Verbandsgemeinden in Verbindung. Anhand der Daten aus deren Aufzeichnungsgeräten wird entschieden, ob eine Messung mittels "Blitzer" des Kreises Sinn macht, weil es zu nennenswerten Überschreitungen der Geschwindigkeit kommt. Rainer Nagel, Abteilungsleiter der Straßenverkehrsbehörde, werde die VG Bodenheim kontaktieren.
Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) spricht davon, dass sich durch die Sperrung des Knotenpunkts "Kuemmerling"/"Lange Ruthe" 15 000 Autos täglich auf andere Strecken verteilten. "Der Verkehr wird nicht weniger." Dadurch, dass auch immer mehr Sattelschlepper und weitere schwere Lkw über die Hilgestraße donnerten, gehöre diese dringend saniert und mit einem ordentlichen Radweg versehen. "Sie hat 40 Jahre auf dem Buckel und steht ganz oben auf unserer Prioritätenliste." Noch ist nicht klar, ob die Anlieger beim Ausbau der Straße Einmalbeiträge zahlen müssen oder ob wiederkehrende Beiträge in Bodenheim eingeführt werden. Der Rat fällt Ende des Jahres die Entscheidung.
 
 
 
Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der VRM GmbH & Co. KG Mainz
 
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