30.04.2019, 11:17 Uhr | AZ Mainz/red
Restaurants im Kreis Mainz-Bingen laden E-Bikes auf
Kommunen starten mit Gastronomen Klimaschutzkampagne. Das Motto lautet "Fahrrad laden statt Auto tanken".
MAINZ-BINGEN - (red). "Fahre so viel oder so wenig, so weit oder nicht so weit, wie du willst. Hauptsache, du fährst", sagte einst die belgische Radprofilegende Eddy Merckx, mehrmaliger Gewinner der Tour de France sowie des Giro d'Italia. Nicht nur die eigene Gesundheit dankt einem das Radfahren, auch die Umwelt hat etwas davon: Die Kommunen der Region Rheinhessen-Nahe haben gemeinsam mit der Rheinhessen-Touristik GmbH und der Naheland-Touristik GmbH die Klimaschutz-Kampagne "Fahrrad laden statt Auto tanken" ins Leben gerufen. Die Landrätin Dorothea Schäfer, der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bodenheim, Dr. Robert Scheurer, stellten das Konzept nun am Harxheimer Weingut Steigerhof der Öffentlichkeit vor.
Landrätin Dorothea Schäfer und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bodenheim, Robert Scheurer übergeben das Siegel "E-Bike-Ladestation" an Jennifer und Albert Ackermann vom Weingut Steigerhof in Harxheim. Foto: Kreisverwaltung/Kilian Grau
 
Idee kommt ursprünglich aus der VG Bodenheim

Die Kampagne "Fahrrad laden statt Auto tanken" schafft die Möglichkeit, die E-Bike-Akkus bei Gastronomiebetrieben – wie dem Weingut Steigerhof – entlang touristischer Themenradwege während der Radelpause kostenlos aufzuladen. Die Idee, dass Touristen und Freizeitradler ihre E-Bike-Akkus während der Einkehr in Gastronomiebetriebe abgeben und dort an der ganz normalen Steckdose laden können, wurde bereits vor drei Jahren in der Verbandsgemeinde Bodenheim geboren – rund 20 Betriebe machen bereits mit. Nun schließen sich die Kommunen im Kreis an. Entsprechende Wandschilder an den teilnehmenden Betrieben weisen auf die "E-Bike-Tankstellen" hin. "Während der Erfrischungspause einfach das Ladegerät und den Akku abgeben. Diese werden dann an die ganz normale Steckdose gehängt und geladen", erklärt Dr. Robert Scheurer das von ihm initiierte Konzept. Es sei eine geniale Lösung, eine kostengünstige und flächendeckende Infrastruktur zu schaffen, der sich jeder E-Biker bedienen könne, so Scheurer. Und das ganz ohne teure Ladestationen, die erst errichtet werden müssten: Für das "Tanken" der E-Bikes entstehen für die teilnehmenden Betriebe nur sehr geringe Stromkosten: Ein Akku fasst üblicherweise rund 500 Wattstunden Strom. Eine volle Ladung schlägt so gerade mal mit etwa 15 Cent zu Buche.
"Solch eine Aktion ist ein tolles Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Themen Klimaschutz und Tourismus noch weiter voranzubringen und im Alltag zu verankern", resümiert Landrätin Dorothea Schäfer. Ziel der Kampagne ist es, Anwohnern, aber auch Touristen oder Urlaubern in der Region eine klimaschonende Alternative zum Auto zu liefern. Im Vergleich: Ein Auto erzeugt je nach Größe und Art etwa 170 g/km Kohlenstoffdioxid (CO2). Ein E-Bike weist hingegen eine CO2-Bilanz von gerade mal 6 g/km beim deutschen Strommix auf. "Wird das Auto durch das E-Bike ersetzt, wird Treibhausgas eingespart – ein Benefit für den Klimaschutz", sagt der Erste Kreisbeigeordnete Steffen Wolf.
Bei weiteren Fragen hilft der Projektkoordinator und Klimaschutzmanager des Landkreises Mainz-Bingen, Hilmar Andreas Holland, gerne weiter: E-Mail: holland.hilmar-andreas@mainz-bingen, Telefon: 06132-7 87 21 76.Die


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