21.02.2019, 06:18 Uhr | AZ Mainz/Dieter Oberhollenzer
Neue Jugendtreff-Bleibe gesucht
Am Bahnhof in Bodenheim entsteht ein dreigeschossiges Wohn- und Geschäftshaus für 2,5 Millionen Euro. Baulich integriert wird die alte Wartehalle, so Investor von Bierbrauer.
BODENHEIM. Alte Bahnhöfe, auch von der Bahn nicht mehr gebrauchte Wartehallen und Stellwerke sind begehrte Immobilien geworden. Es entstehen private Wohnungen, ehrgeizige gastronomische Projekte werden umgesetzt. Veränderungen gibt es auch beim alten Bahnhof in Bodenheim. Der Eigentümer der derzeit als Jugendtreff der Ortsgemeinde und als Imbiss genutzten früheren Wartehalle plant auf dem zentralen Areal am Bahnhof den Bau eines dreigeschossigen Wohn- und Geschäftshauses.
 
Eigentümer des rund 1000 Quadratmeter großen Grundstücks am Bahnhofsplatz, zwischen Landesstraße und Bahngleisen gelegen, ist Jörg von Bierbrauer von der Firma Immobilien-Punkt Bodenheim. Die in den politischen Gremien vor geraumer Zeit vorgestellten ersten Überlegungen, an dieser zentralen Stelle der Gemeinde ein Ärztehaus für Allgemeinmediziner, Fachärzte und Therapieanbieter zu errichten, sind vom Tisch. Die Nachfrage scheint die Erwartungen nicht erfüllt zu haben.
 
In das geplante Wohn- und Geschäftshaus direkt an den Gleisen soll das derzeitige flache Bahnhofsgebäude (rechts) baulich integriert werden. Computerdarstellung: Kerstin Schulz-May
"Ich werde wohl in den nächsten 14 Tagen einen Bauantrag einreichen und möchte in diesem Jahr mit dem Bau anfangen", sagt Jörg von Bierbrauer auf Anfrage der AZ. Der Neubau, der drei Geschosse mit ausgebautem Dach umfasst, bietet Platz auf rund 900 Quadratmetern. Nach den aktuellen Planungen sollen elf Mietappartements mit Flächen von bis zu 50 Quadratmetern entstehen. Dazu kommen Gewerbeansiedlungen im Erdgeschoss (80 Quadratmeter) sowie im sich anschließenden umgebauten Bahnhofsgebäude (200 Quadratmeter). "Noch offen ist, ob wir dort seniorengerechte Wohnungen mit Betreuung anbieten", sagt der Bauherr. Die Gesamtkosten des Neubaus gibt er mit 2,5 Millionen Euro an. Die Bushaltestelle soll in den Gesamtkomplex integriert werden.
 
Bahn und Imbiss werden die frühere Wartehalle in den nächsten Monaten verlassen. Auch für die Gemeinde ist die Kündigungsfrist von ursprünglich sechs auf drei Monate reduziert worden, um flexibel agieren zu können. Eine Kündigung ist aber noch nicht ausgesprochen worden. "Wir können mit unserem Jugendtreff wohl bis Ende des Jahres 2019 drinblieben", schlussfolgert Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD). Nach Fastnacht "werden wir in den Gremien über einen neuen Standort beraten". Einzelheiten will der Ortsbürgermeister öffentlich nicht nennen, um "laufende Verhandlungen nicht zu gefährden".
 
Im Gespräch ist, den neuen Jugendtreff wieder an zentraler Stelle einzurichten, möglicherweise im Umfeld des Bahnhofs. Es zeichnet sich die Nutzung einer bestehenden Immobilie ab. Vom Tisch ist wohl das derzeitige Feuerwehrgerätehaus. Dort möchte die VG neue Büros einrichten. Für eine mögliche Übergangszeit, so ist in politischen Kreisen zu hören, wird über die Nutzung des sanierten Hauses Friesenecker nachgedacht. Angestrebt wird allerdings ein nahtloser Übergang vom alten in den neuen Jugendtreff.
 
Einig scheinen sich die Kommunalpolitiker vor der Wahl im Mai in dem Ziel zu sein, das Angebot für Jugendliche, die mit der Vereinsarbeit nicht erreicht werden, zu erhalten. Neben Jugendpfleger Dietmar Kalmann soll eine weibliche Honorarkraft beschäftigt werden. Öffnungszeiten sind dienstags, donnerstags und freitags, jeweils von 16 bis 20 Uhr. 2017 kamen im Schnitt 14, 2018 waren es 6,4 Besucher pro Öffnungstag. Die Altersspanne bewegte sich zwischen sechs und 15 Jahren. Weitere Details aus der Statistik 2018: Der Anteil der Mädchen betrug 12,5 Prozent; 78 Prozent der Besucher kamen aus Bodenheim und Nackenheim; die Schüler stammten aus der Realschule plus in Nierstein und der Bodenheimer Grundschule.


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