25.01.2019, 22:48 Uhr | AZ Mainz/Helena Sender-Petry
Landrätin Dorothea Schäfer blickt ins Jahr 2019
Die CDU-Politikerin erzählt der AZ, welche Themen in diesem Jahr anstehen: Was passiert mit dem Projekt Rheinbrücke, wie sieht die Schulplanung aus und was sind Herzensthemen?

#MAINZ-BINGEN - Welche Aufgaben stehen ganz oben auf der Agenda der Landrätin? Die AZ lässt Dorothea Schäfer ins Jahr 2019 blicken.

Frau Schäfer, nach wie vor liegt das Projekt Rheinbrücke auf Eis. Bisher gab es keine nennenswerte Rückmeldung vom Land. Reißt Ihnen nicht auch bald der Geduldsfaden?

Im Laufe des vergangenen Jahres habe ich gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten mehrfach die Initiative ergriffen, damit die Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden konnte. Ich war schon enttäuscht darüber, dass sich alles so lange hingezogen hat. Mittlerweile hat aber ein Gespräch zwischen den zuständigen Ministerien aus Hessen und Rheinland-Pfalz sowie den Landkreisen Mainz-Bingen und Rheingau-Taunus stattgefunden. Das ist ein Anfang. Die Ergebnisse der Untersuchungen aus dem Jahre 2005 werden wir jetzt schnell zur Verfügung stellen, damit sie bei der Machbarkeitsstudie berücksichtigt werden können. Das sollte im Interesse aller Beteiligten zügig geschehen. Ich hoffe, dass erste Ergebnisse bald vorliegen.
Wichtig ist jetzt, dass zügig ein konkreter Ablaufplan erarbeitet wird, damit die Daten möglichst zeitnah geprüft werden können. Ich bleibe hier auf jeden Fall am Ball!
 
Landrätin Dorothea Schäfer. Archivfoto: Thomas Schmidt
Die Schulentwicklungsplanung liegt Ihnen ganz besonders am Herzen. Gibt es schon Erkenntnisse, dass neue Schulen in Heidesheim und Nieder-Olm machbar wären?

Unser Schulentwicklungsplaner arbeitet mit Hochdruck daran, die statistischen Daten bei den Einwohnermeldeämtern der Verbandsgemeinden, etwa über erwartete Geburten und Zuzüge, den geplanten Wohnungsbau sowie weitere aussagekräftige Daten zu analysieren, um daraus verlässliche Prognosen zu erstellen. Dabei ist zu beachten, dass es viele Schüler aus Mainz-Bingen gibt, die derzeit außerhalb des Landkreises zur Schule gehen. Daher müssen wir die von uns erhobenen Daten mit unseren direkten Nachbarn besprechen. Deutlich erkennbar ist, dass es generell mehr Schüler im Landkreis geben wird. In der Verbandsgemeinde Nieder-Olm werden zum Beispiel insgesamt fast 1000 Wohneinheiten geplant, die Zahlen der Grundschüler werden steigen. Das wird sich auch auf die weiterführenden Schulen auswirken. Zum Gymnasium im Bereich Heidesheim müssen wir die Entwicklungen rund um das geplante Gymnasium in Mombach und die IGS am Europakreisel mit der Stadt Mainz und dem Ministerium besprechen. Die Absprache mit den übrigen Beteiligten ist uns wichtig, damit unsere sorgfältige Planung am Ende auch zu tragfähigen Ergebnissen führt.
Zudem haben wir aber auch die Förderschulen im Blick. So werden derzeit in den Förderschulen in Oppenheim und Sprendlingen Verbesserungen des Raum-Angebotes geplant.

Auch das Thema Gesundheitsamt wird Sie 2019 beschäftigen. Welchen Standort halten Sie persönlich für den besten? Mainz oder Ingelheim?

Natürlich ist hier die Wirtschaftlichkeit ganz wichtig. Dazu kommt die gute Erreichbarkeit, die auch in Ingelheim durch die Nähe zum Bahnhof gegeben ist. Es wurden in Mainz mehrere Objekte besichtigt, auch sind Ankauf und Renovierung des jetzigen Standortes im Erthaler Hof im Gespräch. Wir sind derzeit dabei, die Ergebnisse unserer Prüfungen zusammen zu fassen und werden diese demnächst im Kreisausschuss zur Diskussion und Entscheidung vorlegen. Vorsorglich haben wir in unserem neuen Verwaltungsbau Platz für das Gesundheitsamt vorgesehen.
Dass die Zahl der Mitarbeiter stetig steigt, ist Fakt. Nicht alle im Kreis halten diese Entwicklung für notwendig. Wie treten Sie den Kritikern entgegen?
Beim Blick von außen mag dies so sein, als Kreistagsmitglied hatte ich durchaus auch schon mal diesen Eindruck. Aber mit dem tiefen Einblick in die Abläufe sehe ich nun, dass die Realität eine andere ist: Viele Abteilungen sind unterbesetzt, die Kapazitäten sind ausgereizt. Um bürgernah, schnell und effizient zu sein, müssen wir an einigen Stellen aufstocken.
In der Vergangenheit sind immer mehr Aufgaben auf die Kreisverwaltung zugekommen. Zugleich übernehmen wir zu einem beträchtlichen Teil Aufgaben von anderen Gebietskörperschaften. Zuletzt nimmt der Beratungsbedarf der Bürgerinnen und Bürger immer mehr zu. Insofern setze ich mich gegenüber der ADD dafür ein, dass wir dort, wo es den Bedarf gibt, beim Personal nachlegen können. Das geschieht auch aus Fürsorge zu den in einigen Bereichen stark belasteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Was sind Ihre persönlichen Schwerpunkte im Jahr 2019? Die Kommunalwahl? Schließlich sind Sie auch Kreisvorsitzende der CDU.

Die Kommunalwahl ist selbstverständlich ein Schwerpunkt in diesem Jahr. Natürlich wünsche ich mir, dass meine Fraktion die stärkste Fraktion im Kreistag wird. Denn nur mit einer ausreichenden Mehrheit kann ich als Landrätin die anstehenden Projekte umsetzen.

Sind Sie zufrieden mit der Zusammenarbeit in einer großen Koalition? Wären auch andere Konstellationen nach der Kommunalwahl denkbar?

Die Zusammenarbeit in der Koalition läuft gut und vertrauensvoll. Überhaupt ist das Miteinander im gesamten Kreistag gut, über alle Fraktionen hinweg. Wir haben ein tolles Klima der Zusammenarbeit. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass ich auf möglichst frühzeitige Information der Fraktionen setze. Klar ist, dass es auch manchmal politischen Streit gibt. Auch das gehört in der Demokratie dazu. Was die Zukunft nach der Wahl angeht, kann ich nur darauf verweisen, was ich oben schon gesagt habe: Ziel ist, dass die CDU stärkste Fraktion wird, damit wir am Ende eine Mehrheit bilden können. Wie diese dann aussieht, wird sich nach der Wahl zeigen.

Welches Projekt liegt Ihnen 2019 ganz besonders am Herzen?

Es sind viele Themen und Projekte, die ich im kommenden Jahr vorantreiben möchte. Ich will die Wirtschaftsförderung auf neue Füße stellen, das Konzept dazu wird es im ersten Halbjahr geben. Kreisarchiv, Sportentwicklung, Regionalplanung sowie das neue Verwaltungsgebäude sind weitere wichtige Themen. Wir werden erste Schritte hin zur Buga 2029 gehen. Das wird eine große Chance, nicht nur für die Kreisentwicklung und den Tourismus im nördlichen Landkreis. Diese Chance wollen wir ergreifen. Ja, und dann feiern wir in diesem Jahr auch unser Jubiläum: 50 Jahre Landkreis Mainz-Bingen, mit einer Ausstellung, einem Bürgerfest und weiteren spannenden Veranstaltungen rund um den Landkreis.

Die Artikelverlinkung erfolgt mir freundlicher Genehmigung der VRM GmbH & CO KG Mainz



 
 
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