24.07.2018, 05:52 Uhr | Kathrin Damwitz/AZ Mainz
Verbandsgemeinde Bodenheim hofft, dass sie weiterhin Bundesmittel für hauptamtliche Helfer für Flüchtlingsarbeit erhält
VG BODENHEIM - Die Betreuung geflüchteter Menschen in den Kommunen hat sich eingespielt, auch dank der Hilfe vieler ehrenamtlich Engagierter. Hinzu kommen seit September 2017 hauptamtliche Kräfte, die die Verbandsgemeinde aus Integrationsgeldern des Bundes zumindest bis Ende 2018 beschäftigen kann: die Fallmoderatoren Kathrin Keller und Matthias Karn.
 
Die Initiative "Kulturbuntes Bodenheim" kümmert sich ehrenamtlich um die Flüchtlinge und organisiert, wie hier 2017, Benefizkonzerte. Archivfoto: hbz/ Stefan Sämmer.
Unterstützung bei "kniffligen Fällen"

Laut Bürgermeister Dr. Robert Scheurer (CDU) und "Bürgerdienste"-Fachbereichsleiter Jürgen Kehr ist allerdings unklar, ob die VG die beiden Fallmoderatoren, die sich eine Stelle teilen, auch 2019 beschäftigen kann. Es ist offen, in welcher Höhe das Land die vorgesehenen Mittel des Bundes wieder an die Kommunen weiterreicht. Der Bürgermeister hat schon vor Wochen im Integrationsministerium in Mainz nachgehakt, denn der Entwurf des Bundeshaushalts 2019 steht. Eine Auskunft hat er noch nicht erhalten. Eine entsprechende Anfrage der AZ im Ministerium wurde noch nicht beantwortet.
 
Keller und Karn haben ein breites Betätigungsfeld, vermitteln zwischen der Verwaltung, den geflüchteten Menschen und Ehrenamtlern, nehmen an "Runden Tischen" teil, helfen bei Problemen in den Unterkünften. Sie unterstützen unter anderem die Ehrenamtlichen in einzelnen, "kniffligen und behördenintensiven Fällen", wie Scheuer erläutert. Karn berichtet von einem Afghanen, Anfang 20, der seit drei Jahren als Flüchtling in Deutschland geduldet ist. Er hat keine Papiere, seine Nationalität ist unklar, da er in einem Flüchtlingslager im Iran geboren wurde – dorthin waren seine Eltern aus Afghanistan geflohen. Karn wird mit ihm zur Botschaft nach Bonn fahren, um zu versuchen, einen Ausweis zu bekommen. Ob der Mann am Ende des Tages einen Pass hat, ist fraglich. "Wir müssen bei der Ausländerbehörde aber auf jeden Fall nachweisen, dass wir versucht haben, den Ausweis zu bekommen", erklärt Karn zum Hintergrund der Fahrt. Der junge Mann beginnt am 6. August im Kinderhaus der Mainzer Unimedizin ein Freiwilliges Soziales Jahr, dafür sind Papiere vonnöten. "Seine deutschen Sprachkenntnisse haben ein gutes Niveau erreicht", erzählt Karn. Das Zertifikat, dass er die Stufe "C 1" der Sprachkurse erfolgreich gemeistert hat, hat der Fallmoderator ebenfalls parat.
 
Ja, die Bürokratie ist kompliziert, und oft verzweifeln auch die Ehrenamtler an ihr. Einige sind mittlerweile an ihre Grenzen gestoßen, die Tätigkeit war und ist anstrengend, laugt aus – auch, wenn die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge stark zurückgegangen ist, im laufenden Jahr rechnet die Verbandsgemeinde mit insgesamt 40 Neuankömmlingen. Die Verwaltung ist momentan für 88 noch nicht anerkannte Asylbewerber zuständig (Hauptherkunftsländer Afghanistan, Pakistan, Armenien, Iran), die sie unterbringen und für die sie Sozialleistungen zahlen muss. Zudem leben 173 anerkannte Asylbewerber in der Verbandsgemeinde, für die das Jobcenter zuständig ist. In Einzelfällen ziehen sich die Asylverfahren bis zu drei Jahre hin. Die syrischen Bürgerkriegsflüchtlinge, die in der Verbandsgemeinde leben, sind alle anerkannt; das Gros hat Arbeit gefunden. Einige sind mit ihren Familien umgezogen. Eine Gesamtbeschäftigungsstatistik, die auflistet, wie viele Flüchtlinge einen Job gefunden haben und keine Sozialleistungen mehr benötigen, wie viele arbeitssuchend sind und wie viele mit geringer Bleibeperspektive eine Arbeitserlaubnis für Praktika oder Minijobs erhalten haben, gibt es nicht.
 
Die VG erhielt für 2017/2018 insgesamt 310 000 Euro an Integrationsgeldern, behielt davon 155 000 (unter anderem für die Stellen der Fallmoderatoren) und zahlte den Rest des Geldes an die Ortsgemeinden aus. Die Summe, die die einzelnen Gemeinden bekamen, orientierte sich an der Anzahl der in den jeweiligen Orten lebenden Flüchtlinge. Das Geld wird in den Orten unter anderem dafür genutzt, um 450-Euro-Kräfte zu finanzieren (siehe Bericht unten).
 
 
 Helfer gesucht

In allen Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Bodenheim werden weiterhin Helfer für die ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung gesucht. In Bodenheim laufen die Fäden bei der Initiative "Kulturbuntes Bodenheim" zusammen, in Gau-Bischofsheim beim "Kleinen Runden Tisch", in Harxheim bei einem Helferkreis, in Lörzweiler beim "Bunten Tisch" und in Nackenheim bei "United Nackenheim".

Kontakte stellen die Ortsverwaltungen her, an die sich Interessierte telefonisch oder zu den Sprechzeiten wenden sollten.
 
 
Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der VRM GmbH Co. KG Mainz
 
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