13.04.2018, 05:39 Uhr | AZ Mainz/Kathrin Damwitz
Bodenheim: Probephase für neue Verkehrsführung fast abgeschlossen
Die neue Verkehrsführung, die den alten Ortskern vom Durchgangsverkehr verschonen soll, befindet sich weiter auf dem Prüfstand. Ortsbürgermeister Thomas Becker-Theilig (SPD) hat auf Anfrage über den weiteren Zeitplan informiert. Und Verkehrsexperte Ulrich Hübner von der Oppenheimer Polizei hatte Details zu den kürzlich durchgeführten Kontrollen parat.
 
Eine der Neuregelungen, die in der Testphase eingeführt wurden: Wer aus der Mainzer-Pfort-Straße kommt, muss dem Verkehr vom Schönbornplatz Vorfahrt gewähren. Foto:hbz/Stefan Sämmer
Laut Becker-Theilig wird am kommenden Dienstag, 17. April, eine abschließende interne Besprechung mit allen beteiligten Behörden sowie dem Verkehrsplaner (Büro Mociety Consult) stattfinden, der im Übrigen sämtliche Anregungen der Bürger entgegengenommen habe. "Jede Eingabe, jeder Einzelfall wurde bei ihm registriert und betrachtet", versichert Becker-Theilig.
 
Auch die Resultate der Kontrollen der Polizei fließen ein, ebenso die Ergebnisse der Verkehrszählungen, die vor und nach den Änderungen (Einbahnstraßenregelungen und "Anlieger frei"-Bereiche, siehe Infokasten) vorgenommen worden waren. Im Mai (23.) habe der örtliche Verkehrsausschuss die Vorschläge des Fachbüros zur Kenntnis zu nehmen und eine Empfehlung für den Gemeinderat auszusprechen. Es folge eine Bürgerversammlung (7. Juni), und vor der Sommerpause (11. Juni) treffe der Gemeinderat die Entscheidung darüber, ob die "Anlieger frei"-Zonen auf Dauer bleiben.
 
Weiterhin gibt es Stichprobenkontrollen
 
Die Frage nach der künftigen Richtungsregelung in der Zwerchgasse (Einbahn- oder Zweirichtungsverkehr) könne frühestens nach Abschluss der Auswertungsgespräche beantwortet werden, macht Becker-Theilig deutlich. Es gebe aktuell Anlieger, die sich für die eine erste Variante und andere, die sich für die zweite Variante aussprechen. Er hoffe, mit den Auswertungsergebnissen objektive Belastungsgrößen und damit Argumente ("für welche Variante auch immer") in die Hand zu bekommen.
 
Spannend bleibe die Frage nach dem mittleren Bereich der Mainzer Straße. "Die jetzige Lösung stellt für mich nicht das Optimum dar. Hier müssen die Planer gerichtsfest nachweisen, ob eine Zweirichtungsvariante im Falle eines verkehrsberuhigten Bereiches verkehrsrechtlich zulässig ist", stellt der Ortsbürgermeister klar. Ausschlaggebender Punkt werde sein, ob an dieser Stelle die hierfür notwendige Mindest-Querschnittsbreite des Straßenabschnitts eingehalten werden könne.
 
Die Anliegerzonen nahm die Polizei Oppenheim kürzlich unter die Lupe, wie Verkehrsexperte Ulrich Hübner von der Inspektion mitteilt. Am 26. März von 10 bis 13 Uhr sei der Verkehr in den "Anlieger frei"-Bereichen im Ortskern kontrolliert worden. Diesen Tag wählten die Beamten, weil sie an ihm Verstärkung durch die Bereitschaftspolizei erfuhren und der personelle Aufwand für die Kontrollen nicht gerade gering sei, sagte Hübner. Im Rahmen der Möglichkeiten der Inspektion werde es aber auch weiterhin Stichprobenkontrollen geben.
 
Von neun relevanten Fahrzeugen, die am 26. März durch den Anliegerbereich gefahren seien, obwohl sie dort keine Ziele angesteuert hatten, wurden fünf wegen Verstößen gegen die Vorschriften kostenpflichtig verwarnt. Die anderen vier waren zur nahegelegenen Bank unterwegs; für den Weg dorthin mussten sie den Anliegerbereich nutzen.
 
 
 
ANLIEGER FREI
Es wurden folgende "Zufahrtsstraßen" zum Ortskern mit "Anlieger frei"-Beschilderungen versehen: Gaustraße ab Langgasse, Enggasse ab Langgasse, Jahnstraße ab Rheinstraße, Mainzer Straße/Zwerchgasse ab Gartenstraße, Schönbornplatz/Obergasse ab Mainzer-Pfort-Straße.



 

 


Das sagen die Anwohner zur neuen Verkehrsführung in Bodenheim
 
Was sagen die Anlieger zu den Neuregelungen im Ortskern? Markus Poettinger aus der Mainzer-Pfort-Straße berichtet, dass es weiterhin neuralgische Punkte gebe, an denen Fußgänger in Gefahr seien, da die Autofahrer mangels Gegenverkehrs recht flott unterwegs seien. Hier nennt der Bodenheimer die Zwerchgasse oder die Mainzer-Pfort-Straße, die die Grundschüler nach wie vor als Weg zur Schule nutzten. Entspannt habe sich die Lage an der Ecke Schönbornplatz/Mainzer-Pfort-Straße durch die neue Vorfahrtsregelung; hier haben die vom Schönbornplatz kommenden Fahrzeuge Vorrang.
 
"Harte Kontrolle" ist notwendig
 
Oliver Schoeneberg, der mit seiner Familie in der Zwerchgasse wohnt, erscheint die neue Verkehrsregelung als "Aktionismus pur". Ein wirkliches Konzept könne er nicht erkennen. Durch die provisorischen Verengungen in der Zwerchgasse etwa sei zwar die Sicherheit der Radfahrer erhöht worden, doch eine Verkehrsberuhigung werde nicht erreicht. Im Gegenteil, da die Zwerchgasse jetzt eine Einbahnstraße sei, rollten die Pkw ungehemmter als vorher. Einzige Maßnahme, die seiner Auffassung nach greifen würde, um die Pendler auf Dauer von den kleinen Sträßchen im alten Ortskern zu verbannen und auf die Hauptstraßen um die Gemeinde herum zu verlagern, sei die flächendeckende Ausweisung von verkehrsberuhigten Bereichen und deren "harte Kontrolle".
 
Anwohner Christian Becker aus der Mainzer Straße äußert sich zu den flankierenden Maßnahmen. So habe die Ortsgemeinde einen Poller am "Berliner Kissen" nahe seines Hauses setzen lassen, um zu verhindern, dass diese Aufpflasterung halbseitig umfahren wird. Auch seien Piktogramme von Fußgängern auf den häufig als Parkplatz fehlgenutzten Rand der Straße gemalt worden. Ob die Maßnahmen auf Dauer greifen, müsse sich noch zeigen.
 
AZ Mainz/kss
 
Die Artikelverlinkung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Verlagsgruppe Rhein Main Gmbh & Co. KG






 
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